Direkt zum Inhalt


Gemeinsam forschen, Kultur(en) erleben und voneinander lernen

Gemeinsam forschen, Kultur(en) erleben und voneinander lernen – dies bestimmt auch 2026 die Arbeit des Ibero-Amerikanischen Instituts (IAI). Wir liefern einen Ausblick auf dieses Jahr im IAI.

, Nachricht

Auch im Jahr 2026 entwickelt das Ibero-Amerikanische Institut seine kollaborativen Netzwerke weiter, macht seine einmaligen Sammlungen weltweit zugänglich und ist ein Ort des offenen Austausches.  

Internationale Forschungsverbünde als gemeinsame Lernräume und Labore der Innovation

Gemeinsam forschen bietet Möglichkeiten zum Perspektivenwechsel und schafft starke Netzwerke. Das Zusammenleben in diversen und ungleichen Gesellschaften analysieren Forschende des IAI und aus Forschungseinrichtungen in Deutschland, Brasilien, Argentinien und Mexiko im internationalen Forschungskolleg Mecila (externer Link, öffnet neues Fenster)Maria Sibylla Merian International Centre for Advanced Studies in the Humanities and Social Sciences Conviviality-Inequality in Latin America(BMFTR (externer Link, öffnet neues Fenster), 2022-2026). Die 2020 gestartete Hauptphase kommt 2026 zum Abschluss; bis Ende März 2026 ist Christoph Müller für das IAI im São Paulo Hub als German Director in Presence. Das IAI mit einer der weltweit größten Forschungsbibliotheken zu Lateinamerika und der Karibik koordiniert u.a. die Vernetzung der Informationsinfrastrukturen, die eine wichtige Rolle für die Bewahrung und Vermittlung von Wissen spielt. Die vom IAI und Mecila veranstaltete Vortragsreihe Diversity/Medialities lädt zum Austausch mit Stimmen aus Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft in Lateinamerika ein.

Gemeinsame globale Herausforderungen

Der Rolle Lateinamerikas in der volatilen globalen Situation widmet sich die Arbeitsgemeinschaft Deutsche Lateinamerikaforschung mit der Tagung Umkämpfte Demokratien: Lateinamerika in transregionaler Perspektive vom 18.-20 Juni 2026 im IAI. Das IAI hat seit seit 2024 den ADLAF (externer Link, öffnet neues Fenster)-Vorsitz inne. 

Vielfältige Netzwerke stärken

Das von der Alexander von Humboldt-Stiftung (externer Link, öffnet neues Fenster) geförderte „Deutsch-lateinamerikanische Frauennetzwerk in den Geistes- und Sozialwissenschaften“ stärkt seit April 2025 die Vernetzung zwischen Wissenschaftlerinnen aus Lateinamerika und Deutschland. Das dreijährige Projekt zielt auf den Abbau von geschlechterspezifischen Ungleichheiten, die Förderung von Internationalisierungskompetenzen und die Sichtbarkeit von Frauen in der Wissenschaft. Kooperierende Institutionen sind die Pontificia Universidad Católica del Perú (PUCP) (externer Link, öffnet neues Fenster) und die Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM) (externer Link, öffnet neues Fenster). Das Thema Internationalisierung steht im Zentrum eines vom IAI koordinierten Online-Workshops am 16. März 2026. 

Wissenszirkulation

Offene Wissenschaft in den Sozial- und Geisteswissenschaften in Argentinien und Deutschland: Chancen, Herausforderungen und Kontroversen” vergleicht das IAI seit Januar 2025 gemeinsam mit den argentinischen Forschungseinrichtungen INCIHUSA (externer Link, öffnet neues Fenster) und CONICET (externer Link, öffnet neues Fenster) in einem vom Deutschen Akademischen Austauschdienst DAAD (externer Link, öffnet neues Fenster) geförderten Kooperationsprojekt. Zum Abschluss Ende 2026 werden die wissenschaftlichen Ergebnisse publiziert, ein Policy Brief sowie ein Policy Paper produziert und Toolkits zur Verfügung gestellt, um offene Praktiken in den am Projekt beteiligten Disziplinen der Sozial- und Geisteswissenschaften zu fördern

Wissen verknüpfen – Perspektiven wechseln

Innerhalb Europas blickt das deutsch-französische Projekt „Transformed by the South. The Circulation of Latin American Social Sciences in France and Germany (TRANSUR)“ (DFG (externer Link, öffnet neues Fenster)ANR (externer Link, öffnet neues Fenster), 2026-2029) u.a. auf das Potential für Zusammenarbeit und Komplementarität von Institutionen und Infrastrukturen beider Länder mit Schwerpunkt auf Lateinamerika. Start der dreijährigen Förderung des Projekts durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG (externer Link, öffnet neues Fenster)) und die Agence Nationale de la Recherche (ANR (externer Link, öffnet neues Fenster)) ist im April. Ziel des Projekts des IAI, der Université de Strasbourg (externer Link, öffnet neues Fenster) und des Institut des Hautes Études de l’Amérique latine (externer Link, öffnet neues Fenster) der Université Sorbonne Nouvelle (externer Link, öffnet neues Fenster) ist außerdem die Bereitstellung vergleichbarer Daten und empirisch fundierter Analysen zur Zirkulation lateinamerikanischer Sozialwissenschaften in Frankreich und Deutschland.

Voneinander lernen – innovative Lösungen finden

Praxisbezogen Arbeitende und Forschende bringt das im März 2026 startende BKM (externer Link, öffnet neues Fenster)-Projekt Krisen in Sammlungsinstitutionen - von Lateinamerika lernen: Herausforderungen, Strategien und Lösungsansätze auf internationaler Ebene in Austausch. Ziel des Kooperationsprojekts des IAI und des Ethnologischen Museums (externer Link, öffnet neues Fenster) ist es, aus einer Analyse des Umgangs lateinamerikanischer Museen, Bibliotheken und Archive mit unterschiedlichen Arten von Krisen innovative Lösungsansätze für vergleichbare Krisen in deutschen Sammlungsinstitutionen zu entwickeln.

Forschung erlebbar machen

Ergebnisse und Arbeitsweise der gemeinsamen archäologischen Forschung des IAI mit dem Centro Campeche des Instituto Nacional de Antropología e Historia (INAH (externer Link, öffnet neues Fenster)) und mit der Universidad Autónoma de Campeche (UACAM (externer Link, öffnet neues Fenster)) sind derzeit in einer nach Mexiko gereisten IAI-Ausstellung (externer Link, öffnet neues Fenster) zu besichtigen. Die Kooperation umfasst Arbeiten in Dzehkabtún und Santa Rosa Xtampak – zwei Fundorten der klassischen Maya, die der deutsch-österreichische Architekt und Fotograf Teobert Maler (1842-1917) vor mehr als 100 Jahren bereiste. Sein Nachlass befindet sich in den Sondersammlungen des IAI und ist in den Digitalen Sammlungen des Instituts in großen Teilen online zugänglich.

Wissenschaftlichen Austausch fördern

Einen nachhaltigen Beitrag in den Netzwerken kollaborativer Forschung des IAI leisten auch Forschende, deren Aufenthalte durch das IAI-Stipendien und Fellow-Programm, deutsche und ausländische Fördereinrichtungen oder die Heimatinstitutionen finanziell unterstützt werden. 2026 werden wieder rund 60-70 Gastwissenschaftler*innen im IAI forschen.

Wissen zugänglich machen

Die Bibliothek des IAI, die eine der weltgrößten Sammlungen zu Lateinamerika, der Karibik, Spanien und Portugals ist, baut ihre Zusammenarbeit mit Bibliotheken in Europa und den Amerikas weiter aus. Die Forschungsbibliothek bietet ein breites Spektrum an Services auch für die Bundesländer und treibt den standortunabhängigen Zugang zu Materialien über Digitalisierung und eine E-First-Policy entschieden voran. Auch das institutseigene multilinguale Publikationsprogramm folgt so weit möglich einer Free-and-Open-Access-Strategie. 

Schnittstelle von Kultur und Wissenschaft

Die Sammlungen des Instituts sind auch 2026 Ausgangspunkt für wissenschaftliche Vorhaben und Veranstaltungen. Mit Ausstellungen zu Plakatgrafiken aus Kuba und der Musikkultur der peruanischen Hauptstadt Lima lädt das IAI ein breiteres Publikum zum Kennenlernen seiner Bestände ein, sowie gleichzeitig zur (musik-) historischen Auseinandersetzung der Fachcommunities mit den multimedialen Sammlungen. 

In Kooperation mit der Universität Hamburg (externer Link, öffnet neues Fenster) bringt die Ausstellung Der kubanische Trikontinentalismus in Zeiten des Kalten Krieges vom 14. April bis 6. Juli 2026 Zeitschriften aus den Beständen des IAI mit Plakatgrafiken aus dem post-revolutionären Kuba im Kalten Krieg zusammen. Deren ästhetische Narrative und historische Einordnung sind Thema eines internationalen wissenschaftlichen Symposiums am 15. April 2026. 

Lima in Text, Ton und Bild widmet sich eine Ausstellung des IAI, die eine Auswahl aus den mit Pianolarollen, Schellackplatten, illustrierten Magazinen und Noten vielfältigen Beständen im Forschungskontext zeigt. Zur populären Musik Perus des 19. und 20. Jahrhunderts besteht eine Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Institut für Musikforschung (SIM (externer Link, öffnet neues Fenster)), aus der bereits eine Publikation (externer Link, öffnet neues Fenster) zum Thema hervorgegangen ist.

Gemeinsam Zurück- und Vorausblicken – Kultur- und Wissensvermittlung

Das Programm der wissenschaftlichen und kulturellen Veranstaltungen des IAI ist seit seiner Gründung zentraler Bestandteil des gesellschaftlichen Vermittlungsauftrags des IAI. Auch 2026 lädt das Institut mit einer großen Vielfalt an Formaten und mehrsprachig zu Begegnung und Austausch ein. 

Mit dem Themenfokus 70 Jahre Grande Sertão von João Guimarães Rosa würdigt das IAI in Kooperation der Botschaft von Brasilien (externer Link, öffnet neues Fenster) eines der großen Werke der Weltliteratur und widmet ihm mehrere Veranstaltungen. Mit Förderung der Alexander von Humboldt-Stiftung (externer Link, öffnet neues Fenster) ist zudem die Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Carolina Correia dos Santos von der Universidade do Estado do Rio de Janeiro (externer Link, öffnet neues Fenster) derzeit Gastwissenschaftlerin im IAI. Sie forscht zu Eucildes da Cunhas Werk Krieg im Sertão, dem als Vorläufer zu Grande Sertão ein besonderer Einfluss zugeschrieben wird.

Der 50. Jahrestag des Militärputsches in Argentinien ist Anlass für Erinnerung und das Symposium „Lernorte und Gedenkstätten zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Die von der Elisabeth-Käsemann-Stiftung (externer Link, öffnet neues Fenster) (Stuttgart), der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Argentinien (externer Link, öffnet neues Fenster) (Buenos Aires), der Universidad Nacional de La Plata (UNLP) (externer Link, öffnet neues Fenster) mit dem IAI ko-organsierte Tagung findet vom 3.-4. März an der UNLP in Argentinien statt. „Die Zukunft Argentiniens braucht Erinnerung, Wahrheit und Gerechtigkeit“ – mit diesen Leitworten findet am 24. März im IAI ein Podiumsgespräch statt, gemeinsam mit den H.I.J.O.S. Alemania, einem Netzwerk der Kinder von Opfern der Militärdiktatur.

Wir verbinden Menschen, Zeiten und Räume

Die Kooperationen mit anderen Einrichtungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK (externer Link, öffnet neues Fenster)) insbesondere auch am Kulturforum (externer Link, öffnet neues Fenster) und im Kontext des Forschungscampus Dahlem (externer Link, öffnet neues Fenster) spielen auch in diesem Jahr eine wichtige Rolle in dem gemeinsamen Anliegen, neue Perspektiven sichtbar zu machen und zum Austausch einzuladen.

Gastwissenschaftler*innen 2026

Gastwissenschaftlerin Sandra Restrepo mit Büchern an ihrem Arbeitsplatz im Lesesaal
© Ibero-Amerikanisches Institut

Jedes Jahr halten sich zahlreiche internationale Gastwissenschaftler*innen unterschiedlicher Disziplinen und Karrierestufen zu Forschungszwecken im IAI auf. Ihre Forschungsaufenthalte werden durch das IAI-Stipendien- und Fellow-Programm, deutsche und ausländische Fördereinrichtungen oder die Heimatinstitutionen finanziell unterstützt. Die Gastwissenschaftler*innen kommen in der Hauptsache aus Lateinamerika, der Karibik, den USA und Europa.