Ibero-Amerikanisches Institut
Preussischer Kulturbesitz


Textilmaschine historische Aufnahme




Dr. Gregor Wolff

Dr. Gregor Wolff

Ethnologie und Altamerikanistik

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Auswahl

1. Forschungsschwerpunkte

  • Ethnohistorie, Ethnologie Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Andenraums, Wissenschaftsgeschichte, Nachlässe

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2. Laufende Projekte

Grenzerfahrungen eines deutschen Geographen in Chile. Formale und wissenschaftliche Erschließung des Nachlasses Hans Steffen (1865-1936)

Im Rahmen des Projektes wird der umfangreiche Nachlass des deutschen Geographen Hans Steffen (1865-1936) formal erschlossen und wissenschaftlich bearbeitet. Steffen ist vor allem durch seine Forschungen zu Westpatagonien im südlichen Chile bekannt geworden. Als wissenschaftlicher Sachverständiger der chilenischen Grenzkommission trug er im Auftrag der chilenischen Regierung besonders mit seinen Forschungsreisen in die unerforschten Flussgebiete der westpatagonischen Kordillere (1893-1899) zur Klärung der strittigen Grenze zwischen Chile und Argentinien in dieser Zone bei. Seine Erkenntnisse flossen in das Urteil des englischen Schiedsgerichts vom 20.11.1902 ein. Neben seinen Expeditionen wirkte Steffen von 1889 bis 1913 in Santiago de Chile als Lehrer für Geographie und Geschichte an dem der chilenischen Staatsuniversität angegliederten Instituto Pedagógico. Der Nachlass Steffen im Ibero-Amerikanischen Institut enthält zahlreiche wichtige Unterlagen zu Fragen der Geographie und Geologie der chilenisch-argentinischen Grenzregion, aber auch Materialien zur Ethnologie der bereisten Region sowie zur Wissenschaftsgeschichte. Steffens Beitrag für die Institutionalisierung der Geographie in Chile und seine Rolle im wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und Chile sind für die internationale Forschung von großer Bedeutung. Es gibt gegenwärtig bereits zahlreiche Forschungsprojekte, die auf dem Nachlass aufbauen. Aufgrund der fehlenden formalen Erschließung können sie ihn jedoch nur partiell einbeziehen.Laufzeit: 2013-2018

Kulturelles Bildgedächtnis Lateinamerikas. Formale und wissenschaftliche Erschließung sowie Digitalisierung der Glasplattensammlung des Ibero-Amerikanischen Instituts

Die Glasplattensammlung des Ibero-Amerikanischen Instituts umfasst einen Bestand von Bilddokumenten unterschiedlicher Art und Provenienz aus der Zeit zwischen ca. 1870 und 1940. Sie besteht aus über 9.300 Bildträgern. Der Bestand befindet sich aufgrund seines hohen Alters in einem schlechten Erhaltungszustand und Teile der Sammlung sind akut vom Zerfall bedroht. Die Bedeutung und der spezielle wissenschaftliche Wert der Glasplattensammlung des IAI ergeben sich aus deren Umfang, der prominenten Herkunft und der einzigartigen Zusammensetzung des Materials. Die Sammlung umfasst seltene, zum Großteil unveröffentlichte Bildquellen zu archäologischen, ethnographischen, historischen und länderkundlichen Themen Lateinamerikas. Darüber hinaus stellen die wertvollen Bilddokumente einzigartige visuelle Informationsquellen zur Tätigkeit von Pionieren der Lateinamerikaforschung dar. Mit der wissenschaftlichen und formalen Erschließung sowie der Digitalisierung der Glasplattensammlung des IAI werden die einmaligen, zum Teil unveröffentlichten Bildquellen zu archäologischen, ethnologischen und landeskundlichen Themen durch ihre Bereitstellung in digitaler Form erstmalig der nationalen und internationalen Wissenschaft zur Verfügung gestellt.Laufzeit: 2013-2018

Basisprojekt „Mobile Objekte“ des DFG-Exzellenzclusters „Bild Wissen Gestaltung. Ein Interdisziplinäres Labor“. Teilprojekt: „Digitale Objektmobilität. Rezente Technologien und transatlantischer Wissensaustausch“

Das vom Ibero-Amerikanischen Institut koordinierte Teilprojekt „Digitale Objektmobilität. Rezente Technologien und transatlantischer Wissensaustausch“ ist Teil des Basisprojektes „Mobile Objekte“ des DFG-finanzierten Exzellenzclusters „Bild Wissen Gestaltung. Ein Interdisziplinäres Labor“ (2012-2017) der Humboldt-Universität zu Berlin (https://www.interdisciplinary-laboratory.hu-berlin.de/de/Mobile-Objekte) und setzt sich mit den Auswirkungen der digitalen Transformation auf Objekt-Praktiken, den Status von Objekten sowie die Rolle der „Objektmanager“ sowohl im internen institutionellen Gefüge als auch bezogen auf die trans-institutionellen Bewegungen von Objekten auseinander. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf der Zirkulation von Objekten zwischen Deutschland und Lateinamerika. Anhand konkreter Fallbeispiele soll analysiert werden, wie durch die digitale Transformation Räume und Formate der internationalen Kooperation verändert werden. Das Projekt ist damit in die Forschungslinie "Wissensproduktion und Kulturtransfer: Lateinamerika im transregionalen Kontext" des IAI eingebettet. Am Beispiel von Fotografien und Postkarten der Mapuche aus dem späten 19. Jh. und frühen 20. Jh. werden Fragen des Objektmanagements, der Zirkulation, Rezeption, der wissenschaftlichen Praktiken und der Translations- und Transformationsprozesse untersucht.Laufzeit: 2015-2017

Fotografische Expeditionen Teobert Malers im Mexiko des 19. Jahrhunderts

Teobert Maler (1842-1917) gilt als einer der bedeutendsten Forschungsfotografen des 19. Jahrhunderts. Kein anderer hat so viele unbekannte Maya-Ruinen entdeckt und dokumentiert. Seine Fotografien sind noch heute wichtige Zeugnisse für Studien zur Architektur und zu den Inschriften der Maya-Zivilisation. Viele der von Maler fotografierten, beschriebenen und gezeichneten Ruinen wurden erst Jahrzehnte später wieder von Forschern aufgesucht. Dabei wurde oftmals festgestellt, dass Gebäude weiter beschädigt oder gar zusammengestürzt waren. Daher stellen Malers Fotografien und Aufzeichnungen auch für die heutige Archäologie ein außerordentlich wichtiges und unikales Quellenmaterial dar, was das nachhaltige wissenschaftliche Interesse am Bestand erklärt.Das IAI ist im Besitz von ca. 2.700 Fotografien, 7 Manuskripten, 15 Notizbüchern, 145 Skizzen oder Plänen, ca. 230 Blatt Korrespondenz und 370 Blatt loser Notizen. Es gibt gegenwärtig zahlreiche Forschungsprojekte, die auf dem Nachlass aufbauen, sie können ihn jedoch aufgrund der noch fehlenden formalen Erschließung und Digitalisierung nur partiell einbeziehen. Die formale Erfassung, Digitalisierung und Zurverfügungstellung der Maler-Bestände in den Digitalen Sammlungen des IAI schafft hervorragende Voraussetzungen für zukünftige Forschungsprojekte.Laufzeit: 04.07.2017-30.06.2019

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3. Publikationen

Monographien und Editionen

  • Hrsg. Explorers and Entrepreneurs behind the Camera. Theo stories behind the pictures and the photographs from the Image Archive of the Ibero-American Institute

    Berlin: Ibero-Amerikanisches Institut, 2015.

  • Hrsg. Forscher und Unternehmer mit Kamera. Geschichten von Bildern und Fotografien aus der Fotothek des Ibero-Amerikanischen Instituts

    Berlin: Ibero-Amerikanisches Institut 2014

  • Max Uhle (1856-1944): evaluaciones de sus investigaciones y obras

    Lima: Fondo Editorial de la Pontifica Universidad Católica del Perú, 2010 (Hrsg. mit Peter Kaulicke, Manuela Fischer, Peter Masson)

  • Hrsg. Die Berliner und Brandenburger Lateinamerikaforschung in Geschichte und Gegenwart. Personen und Institutionen

    Forschungsverbund Lateinamerika Berlin-Brandenburg, Wissenschaftlicher Verlag Berlin, 2001.

  • Nachlässe in einer wissenschaftlichen Spezialbibliothek: Zur Nachlaßsammlung des Ibero-Amerikanischen Instituts (IAI) Preußischer Kulturbesitz

    Hausarbeit zur Prüfung für den höheren Bibliotheksdienst, Fachhochschule Köln, Fachbereich Bibliotheks- und Informationswesen, Köln 1998.

  • Baumwolle: Eine Illusion von Fortschritt? Phasen der Einführung eines exportorientierten Baumwollanbaus in Piura, soziale und wirtschaftliche Folgen für die Region (1885-1930)

    Wissenschaft & Technik Verlag Berlin, 1996

  • Ein Zoologe und Botaniker scheitert an den Menschen. Johann Jakob von Tschudis Reiseberichte über Peru

    Abhandlungen der Völkerkundlichen Arbeitsgemeinschaft, Heft 72, Nortorf 1993.

Artikel und Buchbeiträge

  • Jean Laurent – Photographer to her Majesty the Queen (“Fotógrafo de S.M. la Reina“).

    In: Wolff, Gregor (Ed.): Explorers and Entrepreneurs behind the Camera. The stories behind the pictures and the photographs from the Image Archive of the Ibero-American Institute. Berlin: Ibero-Amerikanisches Institut, 2015, S. 8-15

  • Adventurer with bike and camera: Sumner W. Matteson (1867-1920)

    In: Wolff, Gregor (Ed.): Explorers and Entrepreneurs behind the Camera. The stories behind the pictures and the photographs from the Image Archive of the Ibero-American Institute. Berlin: Ibero-Amerikanisches Institut, 2015, S. 136-145. (co-authored with Anja Müller and Gudrun Schumacher)

  • "Das akustische Gedächtnis Lateinamerikas. Die Phonothek des Ibero-Amerikanischen Instituts und die Sammlung Egon Ludwig"

    In: Forum Musikbibliothek: Beiträge und Informationen aus der musikalischen Praxis. Berlin: Ortus Musikverlag, 1.2014 (35. Jahrg.): 17-22.

  • "Ethnologie Argentiniens und internationale Wissenszirkulation. Nachlass von Robert Lehmann-Nitsche (1872-1938)"

    Jahrbuch der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, vol. XLIV/2007, Berlin 2008: 311-322. (Mit Katrin Hoffmann)

  • "Legados y colecciones especiales del Instituto Ibero-Americano de Berlín"

    In: Anuario Americanista Europeo (Paris) 2, 2004: 199-221.

  • "Der Nachlass von Roberto Arlt im Ibero-Amerikanischen Institut"

    In: Hispanorama 103 (2004): 118-120. (Mit Friedhelm Schmidt-Welle)

  • “Ibero-Amerikanisches Institut"

    In: LEHMANN, Klaus Dieter, SCHAUERTE, Günther (Hrsg.): Kulturschätze – verlagert und vermißt. Eine Bestandsaufnahme der Stiftung Preußischer Kulturbesitz 60 Jahre nach Kriegsende. Berlin, SPK 2004: 84-85. (Russ. Ausg. u. d. T.: Ibero-Amerikanskij Institut).

  • "Der späte Ruhm einer literarischen Ikone"

    In: Wirtschaft und Wissenschaft, 11. Jahrg. H. 3/2003, Essen 2003: 14-15. (Mit Friedhelm Schmidt-Welle)

  • „Der Nachlass Max Uhle im Ibero-Amerikanischen Institut Berlin"

    In: Born, Joachim (Hrsg.): Peru zur Jahrtausendwende : Kultur, Bildung, Sprache, Musik und Kirche; Beiträge eines Kolloquiums anlässlich des 100. Geburtstags von Maria Reiche vom 14.-15. Mai 2003 in Dresden. TU - Dresden, S. 215-225.

  • "Der Nachlass August Weberbauer im Ibero-Amerikanischen Institut"

    In: Jahrbuch der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Bd. XXXVII/2001, Berlin 2002: 339-343.

  • "Ibero-Amerikanisches Institut: DFG ermöglicht den Ankauf eines wertvollen Nachlasses"

    In: Bibliotheksdienst, 35 (2001), 1: 84-85.

  • "Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Ibero-Amerikanisches Institut - Nachlass August Weberbauer Erworben"

    In: ZfBB, 48 (2001), 2: 162.

  • "El legado de Roberto Arlt en el Instituto Ibero-Americano."

    In: Anuario Americanista Europeo 4-5 (2006/07): 361-371. (Mit Friedhelm Schmidt-Welle.)

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4. Lebenslauf

seit April 2014

Associated Member; DFG Exzellenzcluster "Bild Wissen Gestaltung. Ein interdisziplinäres Labor", Humboldt Universität zu Berlin

2000

Leiter des Referats Sondersammlungen (Archive von Institutionen, Filmsammlung, Fotothek, Grafiksammlung, Kartensammlung, NachlässePhonothek, Plakatsammlung, Zeitungsausschnittsammlung),Fachreferent Altamerikanistik, Länderreferent Peru, Bolivien und Ecuador (Bibliotheksoberrat)

1997-1999

Bibliotheksreferendar im Ibero-Amerikanischen Institut

1996

Promotion im Fach Altamerikanistik am Lateinamerikainstitut der Freien Universität Berlin

1993-1995

Mitarbeit im "Proyecto-Franco-Aleman (CNRS/DFG): Contribución a la elaboración de una historia regional del extremo norte del Peru"

1990-1993

Tutor für das Fach Altamerikanistik am Lateinamerikainstitut der Freien Universität Berlin

1986-1992

Studium der Altamerikanistik, Ethnologie und Neueren Geschichte an der Freien Universität Berlin



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