Wichtige Details
Laufzeit:
01.01.2023 - 31.12.2026
Status: laufend
Projektgruppe:
Wissenschaftler:innen:
- Dr. Iken Paap
- Dr. Antonio Benavides Castillo (Centro INAH Campeche)
Koordination:
Kooperationspartner / Institutionen:
- Centro INAH Campeche
- Universidad Autónoma de Campeche (UACAM)
Beschreibung
Ausgangslage
Santa Rosa Xtampak – 26 Kilometer östlich des Ortes Hopelchén im mexikanischen Bundesstaat Campeche gelegen – ist eine der bedeutendsten Städte der klassischen Maya auf der zentralen Halbinsel Yucatan. Die heute noch erhaltene Architektur zeigt Merkmale des Chenes- und Puuc-Stiles, sowie Einflüsse aus den Regionen Río Bec und Petén.
Das monumentale Zentrum des Fundortes nimmt einen rechteckigen Raum von etwa 550 m x 400 m auf der künstlich planierten Kuppe eines steilen Hügelzuges ein, der eine Höhe von 60 m über dem Umland erreicht und Teil einer Hügelkette ist, die sich über mehr als 30 km² in nord-südlicher Richtung erstreckt.
Die dicht bebaute und terrassierte Fläche des umliegenden Ortes umfasst ca. 1 km² , die gesamte Ausdehnung des Ortes könnte – nach neuen LiDAR-Aufnahmen zu urteilen – bis zu 10 km² umfassen. Bis heute wurde ein Bruchteil dieser Fläche im Zentrum detailliert erfasst und vermessen, so der dreistöckige Palast, ein gewaltiger Pyramidenstumpf, zwei weitere kleinere Pyramidenbasen, ein Ballspielplatz, ein Dammweg (Sacbé) sowie mehrere viereckig um Innenhöfe angeordnete Gebäudegruppen.
Unser Wissen zur Chronologie des Ortes basiert auf der epigraphischen Analyse von sieben Stelen mit Daten zwischen 751 und 911 n. Chr. und zwei Gewölbedecksteinen mit Daten zwischen 791 und 948 n. Chr. Neuere Ergebnisse aus mehreren stratigraphischen Sondagen (2022-2024) lassen auf eine Besiedlung der Stätte von der mittleren Präklassik (1000-300 v. Chr.) bis in die Endklassik (750/800-950 n. Chr.) schließen. Vereinzelte Funde von Fragmenten postklassischer Räuchergefäße sprechen für Besuche der Stätte zu dieser Zeit, Nachweise für eine postklassische Besiedlung in Santa Rosa Xtampak fehlen bisher.
Ziele
Seit 2023 konzentrieren wir uns darauf, zum einen gezielt noch offene Fragen zur Chronologie des Fundortes zu klären (z.B. zum Übergang von der Spät- zur Endklassik) und zum anderen die Kartierung von Flächen außerhalb des monumentalen Siedlungszentrums zu vervollständigen:
Die Ergebnisse der Analysen der Oberflächenfunde und der Ausgrabungen in Santa Rosa Xtampak scheinen Widersprüche zwischen den architektonischen Merkmalen und der zugehörigen Keramik in zwei Zeitabschnitten der Chronologie aufzuzeigen:
Eine auffallend geringe Darstellung der spät-präklassischen und frühklassischen Perioden im Fundmaterial steht im Widerspruch zu der relativ hohen Anzahl von Gebäuden mit sogenannter „megalithischer” Architektur, die als Indikator für Siedlungen der spät-präklassischen und frühklassischen Zeit im Norden der Halbinsel Yucatán gilt. Die Ergebnisse der Ausgrabungen zeigen, dass sowohl die gängige Einstufung aller „megalithischen” Gebäude als „früh” als auch das Konzept einer 350 Jahre dauernden Frühklassik im Untersuchungsgebiet in Zukunft mit Skepsis betrachtet werden müssen. Auffällig ist auch das Auftreten eines Architekturtyps, der üblicherweise als end- oder epiklassisch datiert wird – die C-förmigen Gebäude, die nach bisherigen Untersuchungen in Santa Rosa ausschließlich mit Keramik aus der Spätklassik in Verbindung zu stehen scheinen.
Produkte
Publikationen
Ausstellungen
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Auf den Spuren Teobert Malers - Archäologische Projekte in Campeche, Mexiko
IAI, Berlin, 16.10.2024-09.12.2024
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Tras los pasos de Teobert Maler: dos proyectos arqueológicos en Campeche, México
Centro INAH Campeche, 24.10.2025-17.02.2026