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Transatlantische Frauen-Netzwerke in Lima und Berlin

Vernetzung und Erfahrungsaustausch zwischen Lateinamerika, der Karibik und Deutschland: Im Ibero-Amerikanischen Institut kamen im Herbst 2025 Frauen aus Wissenschaft, Kultur und Politik zusammen, in Peru fand das Auftakttreffen für ein neues Netzwerk statt.

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Socare-Tagung „Frauen in der Karibik: Fragmentierungen – Überschneidungen – Verflechtungen“

Vom 16. bis 18. Oktober 2025 tagte die Gesellschaft für Karibikforschung (Socare) (externer Link, öffnet neues Fenster) im Ibero-Amerikanischen Institut (IAI). Im Zentrum standen Aspekte der Verflechtung von Weiblichkeit mit sozialen, religiösen und kulturellen Dynamiken und die spezifischen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen Frauen in verschiedenen lokalen Gemeinschaften in der Karibik und darüber hinaus konfrontiert sind. Gesellschaftliche Entwicklungen wie Emanzipation, Entkolonialisierung und Migration haben in der Region seit den 1950er Jahren einen bedeutenden Einfluss auf die Rolle der Frauen gehabt. Gender-Diskurse, Digitalisierung und Bildung haben die Position karibischer Frauen heute in vielen Bereichen gestärkt. Demgegenüber steht die Zunahme von Gewalt gegen Frauen und ihre höhere Vulnerabilität angesichts von Klimakatastrophen. 

Die Auseinandersetzung mit den vielfältigen weiblichen Aktivitäten, Identitäten und Geschlechterrollen und ihrer internationalen Netzwerke, aber auch mit den multidimensionalen Ungleichheiten in der Region, die nicht allein durch Einkommensunterschiede, sondern auch durch geschlechtliche, kulturelle und ethnische Differenzen geprägt sind, eröffnete neue Perspektiven auf die Rolle von Frauen in Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft in der Karibik und in der karibischen Diaspora. Das IAI mit seinen multimedialen Sammlungen zur Karibik bot einen idealen Raum für den transdisziplinären Austausch und die internationale Vernetzung.
 

Lateinamerikanisch-deutsches Frauennetzwerk stärkt wissenschaftliche Kooperation

Das vom Ibero-Amerikanischen Institut (IAI) mitinitiierte und von der Alexander von Humboldt-Stiftung (externer Link, öffnet neues Fenster) geförderte „Lateinamerikanisch-deutsche Frauennetzwerk in den Geistes- und Sozialwissenschaften“ (2025–2028) fördert die transatlantische Vernetzung und den Erfahrungsaustausch zwischen Wissenschaftlerinnen aus Lateinamerika und Deutschland. Das Projekt möchte einen Beitrag zum Abbau von geschlechterspezifischen Ungleichheiten im Wissenschaftssystem leisten, indem es Internationalisierungskompetenzen stärkt, gemeinsame Strategien für Karriereverläufe entwickelt und ein Mentoring-Programm etabliert. Die Ergebnisse und Erfahrungen des Projekts unterstützen die Bemühungen der Alexander von Humboldt-Stiftung, den Anteil der Geistes- und Sozialwissenschaftlerinnen aus Lateinamerika in ihren Förderprogrammen zu erhöhen.

Das erste Jahrestreffen des Netzwerks fand vom 20. bis 21. Oktober 2025 an der Pontificia Universidad Católica del Perú (externer Link, öffnet neues Fenster) in Lima statt. Beteiligte Wissenschaftlerinnen waren u.a. Barbara Göbel (Direktorin des IAI), Gisela Cánepa Koch (Pontificia Universidad Católica del Perú) und Ana Margarita Valdovinos (Universidad Nacional Autónoma de México (externer Link, öffnet neues Fenster)). Am 16. März 2026 koordiniert das IAI einen Workshop des Netzwerks zum Thema Internationalisierung.
 

Führungskräfteschule für Frauen in der Kommunalpolitik aus Lateinamerika, der Karibik und Europa

Am 24. November 2025 fand im Ibero-Amerikanischen Institut (IAI) in Kooperation mit der EU-LAC Foundation (externer Link, öffnet neues Fenster) (Hamburg) und dem Internationalen Frauennetzwerk EU-LAC WIN (externer Link, öffnet neues Fenster) eine Diskussionsrunde zu politischer, wissenschaftlicher und kulturelle Zusammenarbeit statt. Das Treffen war Teil der “EU-LAC Leadership School for Women in Local Politics (externer Link, öffnet neues Fenster)”. Ziel dieser Lernplattform ist es, die politischen Führungskompetenzen von Frauen auf lokaler Ebene, in den Kommunen und Gemeinden, in Lateinamerika, der Karibik und Europa zu stärken. Dies soll durch einen generationsübergreifenden, biregionalen, interkulturellen und mehrdimensionalen Bildungsraum erreicht werden, der die politische Teilhabe auf lokaler Ebene, den Aufbau von Netzwerken zwischen weiblichen Führungskräften in den Gemeinden, den Zugang zu praktischen Instrumenten der lokalen Verwaltung und die Nachhaltigkeit der weiblichen Führungsrolle in lokalen Regierungen und Entscheidungsgremien fördert. 

An der Veranstaltung im IAI nahmen etwa 30 Frauen aus Deutschland und zahlreichen lateinamerikanischen Ländern sowie der Karibik teil, die sich auf lokaler oder kommunaler Ebene in politischen, gemeinschaftlichen oder sozialen Prozessen engagieren.

Eine Gruppe Menschen auf einer Treppe im Lesesaal des IAI
Teilnehmende der Diskussionsrunde der EU-LAC-Stiftung und des Internationalen Frauennetzwerk EU-LAC WIN im IAI am 24.11.2025 © IAI