Die regelbasierte Ordnung, das Völkerrecht, die staatliche Souveränität, der Glaube an die universelle Gleichheit: All das, sagt Greg Grandin, wurde nicht in Westeuropa und den USA erdacht, sondern in Lateinamerika. Mit “America, América: A New History of the New World” zieht der Historiker eine Linie von der spanischen Conquista über die Gründung der Vereinten Nationen hinein in unser Jetzt. Er erzählt den Kontinent neu, nicht als Opfer der westlichen Moderne, sondern als ihren entscheidenden Gestalter. INTERVIEW (externer Link, öffnet neues Fenster)
Grandin, Jahrgang 1962, lehrt Geschichte an der Yale University und erhielt 2020 den Pulitzer-Preis für “The End of the Myth”. Das Gespräch entstand Anfang Juni bei einer Veranstaltung des Ibero-Amerikanischen Instituts in Berlin in Kooperation mit dem Einstein Forum in Potsdam. Anlass war Grandins Vortrag zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „We the People – Programminitiative der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zum 250. Unabhängigkeitstag der USA (externer Link, öffnet neues Fenster)".