Mit dem Auftritt des Latin-Rap- und Reggaeton-Sängers Bad Bunny beim diesjährigen Super Bowl rückt erneut ins Bewusstsein, wie stark lateinamerikanische und karibische Communities die Kultur der USA prägen. Anlass genug, einen Blick auf die umfangreichen Bestände des Ibero-Amerikanischen Instituts (IAI) zu werfen, die die historischen und gegenwärtigen Verflechtungen zwischen Lateinamerika, der Karibik und den USA dokumentieren.
Die Phonothek des IAI umfasst bedeutende Tonträgerbestände (externer Link, öffnet neues Fenster) zu puertoricanischer Musik und lateinamerikanischer Diasporamusik in den USA. Musikhistorisch besonders spannend ist, dass das Genre Salsa in seiner modernen Form maßgeblich in New York entstand, wo Musiker*innen aus Puerto Rico, Kuba und der Dominikanischen Republik in den 1960er/70er Jahren gemeinsam eine neue, urban geprägte Stilrichtung entwickelten – ein Paradebeispiel transkultureller Kreativität.
Die Sammlungen des IAI (externer Link, öffnet neues Fenster) enthalten auch Diaspora Studien, historische Karten, Plakate und Dokumente zu den Territorialveränderungen im Südwesten der USA – darunter Materialien aus der Zeit, als Texas, Kalifornien und weite Regionen der heutigen USA noch zu Mexiko gehörten.
Auch das Thema bildende Kunst ist im Bestand vertreten – unter anderem in Werken, die sich mit lateinamerikanischer und US-latinx Identität, Migration und kultureller Hybridität auseinandersetzen, wie etwa in einschlägigen kunsthistorischen Publikationen beleuchtet wird.
Ein zentrales Recherchewerkzeug hinsichtlich dieser Bestände ist die vom IAI lizenzierte Chicano Database (externer Link, öffnet neues Fenster), die mit ihrer breiten Abdeckung zentraler Themenbereiche – Chicano/a Studies, Puerto-Rican Studies, mexikanisch amerikanische Geschichte, Migration, Literatur, Kulturwissenschaften – eine unverzichtbare Quelle für Forschung zu Latino Studies darstellt.
Diese Bestände des IAI bieten einen einzigartigen Zugang zu jenen kulturellen Prozessen, die die USA bis heute prägen – und machen sichtbar, dass Latino Culture stets transnational gedacht werden muss.