Ibero-Amerikanisches Institut
Preussischer Kulturbesitz


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Einblicke in unsere Arbeit

Auf dieser Seite bieten wir Ihnen einen aktuellen Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsbereiche des Ibero-Amerikanischen Institutes (IAI). In diesem Quartal stellen wir vor:

Neues aus Forschung & Publikationen

Mecila: MariaSibylla Merian International Centre Conviviality-Inequality in Latin America


Im April 2020 startete die sechsjährige Hauptphase des Maria Sibylla Merian International Centre for Advanced Studies in the Humanities and Social Sciences Conviviality-Inequality in Latin America – Mecila mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF.

Mit Hauptsitz in São Paulo (Brasilien) setzt sich das Zentrum aus drei deutschen sowie vier lateinamerikanischen Institutionen zusammen. In dem Konsortium arbeitet das IAI mit der Freien Universität Berlin (Hauptkoordination), der Universität zu Köln, der Universidade de São Paulo, dem Centro Brasileiro de Análise e Planejamento, dem Instituto de Investigaciones en Humanidades y Ciencias Sociales (CONICET / Universidad Nacional de La Plata) und El Colegio de México zusammen.

Mecila fördert Forschungsaufenthalte von etablierten Wissenschaftler*innen und Nachwuchswissenschaftler*innen, organisiert Workshops und Tagungen und entwickelt ein mehrsprachiges Publikationsprogramm. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit früheren und gegenwärtige Formen des sozialen, politischen und kulturellen Zusammenlebens in Ungleichheit und Differenz; ein Thema, welches sowohl für Lateinamerika und die Karibik als auch für Europa von zentraler Bedeutung ist.

Das IAI koordiniert das Teilprojekt “Medialities of Conviviality and Information Infrastructure”. Dabei geht es um die Ko-Produktion, Zirkulation und Aneignung von Wissen sowie um die Folgen der Digitalen Transformation. Darüber hinaus ist das IAI für die Informationsinfrastruktur von Mecila zuständig, was u.a. den Erwerb und die Digitalisierung von Medien sowie den Austausch und die Verknüpfung der Bibliotheken des Forschungskollegs beinhaltet.

mecila.net 
https://www.iai.spk-berlin.de/no_cache/drittmittelprojekte/laufende-projekte/drittmittelprojekte/107.html


Neues aus Bibliothek & Sondersammlungen

Bekannt aus Film und Rundfunk: Cancioneros aus Mexiko

Unter dem Titel La voz del radio gab die Druckerei Eduardo Guerrero monatlich eine Zeitschrift heraus, in der jeweils 60 Texte von Liedern abgedruckt wurden, die aktuell beliebt beim Publikum waren, im Radio liefen und nachgesungen wurden. Als Cancionero estrella, einige Zeit mit dem Titelzusatz „ofrece las populares canciones de la película nacional“, erschien eine ähnliche Zeitschrift bei Antonio Reyes, die in der Regel 80 Liedtexte aus mexikanischen Filmproduktionen beinhaltete.

Beide Druckereien befanden sich in Mexiko-Stadt und führten mit ihren Produkten bestimmte Traditionen der mexikanischen Populärkultur fort, die um 1900 einen Höhepunkt durch die Arbeiten von José Guadalupe Posada für die Werkstatt von Antonio Vanegas Arroyo erlebt hatten.

Die Cover beider Titel zeigen vor allem Szenenbilder aus Filmen, Porträts von Filmstars oder Musikern und in wenigen Fällen auch Zeichnungen. Die verwendeten Drucklettern unterscheiden sich innerhalb der einzelnen Hefte sehr stark, auch Änderungen in der Schriftrichtung sind nicht unüblich.

Eine zeitliche Einordnung der zwei konkurrierenden Zeitschriften kann anhand der Filmtitel erfolgen, die auf die Jahre 1935–1937 verweisen. Eine vergleichende Betrachtung lassen vor allem die Hefte zu, die sich in beiden Zeitschriften denselben Themen widmen, wie beispielsweise dem sehr erfolgreichen Film La Zandunga, der mit Lupe Vélez in der Hauptrolle 1937 Triumphe in Mexiko feierte.

Das IAI konnte für die Ergänzung seiner Sammlungen ein Konvolut aus 26 Heften erwerben.

 



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