Ibero-Amerikanisches Institut
Preussischer Kulturbesitz


Treppe




Stipendien

Das Bild zeigt eine Detailaufnahme: Neben einem aufgeschlagenen Buch ist die Hand des Lesers mit einem Kugelschreiber zu sehen.

Das Ibero-Amerikanische Institut (IAI) vergibt pro Jahr 10-12 Stipendien für ein- bis zweimonatige Forschungsaufenthalte in Berlin. Die Stipendien sollen Wissenschaftler_innen dabei unterstützen, innovative Projekte zu realisieren, die mit der Forschungslinie des IAI in Beziehung stehen, mit den Wissenschaftler_innen des IAI und anderen Gastwissenschaftler_innen in einen interdisziplinären Dialog zu treten und die reichhaltigen Bestände der Bibliothek und der Sondersammlungen des IAI für ihre Forschungsarbeiten zu nutzen. Der Auswahlprozess findet einmal jährlich statt und basiert auf einer thematischen Ausschreibung durch das Ibero-Amerikanische Institut.

Ausschreibung für 2019


Für 2019 werden ausschließlich Anträge berücksichtigt, die sich mit dem Themenfeld "Kultur- und Wissenstransfer: Wege und Infrastrukturen" beschäftigen. Es geht sowohl um Prozesse innerhalb Lateinamerikas und der Karibik als auch um über die Region hinausweisende transregionale Transfers. Die Ausschreibung richtet sich an Forschungsprojekte, die sich mit folgenden Aspekten beschäftigen:

aus kultur- und sozialanthropologischer Perspektive:

  • Vorkolumbische Beziehungen zwischen Meso/Zentralamerika und Südamerika;
  • Wege und Wegenetze zur Fortbewegung bzw. zum Austausch von Menschen und Gütern;
  • die Erschließung von Räumen durch Wegenetze (Wege und Landschaft);
  • die Organisation von Fernhandel und Fernhandelsrouten;
  • archäologische Nachweise politischer und wirtschaftlicher Einflusssphären;

aus historischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive:

  • Kommunikationsstrukturen und Transportnetzwerke im Kontext von konkreten Transferprozessen;
  • materielle Infrastrukturen des Transfers einschließlich ihrer technischen Aspekte;
  • Modifikationen des Referenzrahmens von Transferprozessen als Ergebnis von veränderten Infrastrukturen und umgekehrt;
  • Zusammenhänge zwischen Typen von Infrastrukturen und spezifischen Wissenstransfers;
  • Strategien von staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren zum Auf- und Ausbau von Infrastrukturen des Wissens- und Kulturtransfers;

aus literatur- und kulturwissenschaftlicher Perspektive:

  • Reiseliteratur als reale (Erfahrungshorizont) und imaginäre (vorgestellte, erträumte, utopische und dystopische) Wege des Transfers;
  • das Verhältnis von kulturellen Prozessen zu kulturellen Systemen sowie deren Verortung in bestimmten Regionen/Nationen/Grenzgebieten;
  • literarischer Regionalismus;
  • die Rolle von Verlagen, Übersetzungen und Distributionsprozessen im Kontext von Transferprozessen;


Die Ausschreibung gilt nicht für Forschungsprojekte über:

  • technische Aspekte, die nicht mit konkreten Transferprozessen verbunden sind;
  • Kommunikations- und Transportnetzwerke unabhängig von ihrer Nützlichkeit, ihrem Gebrauch und ihrer Funktion im Rahmen von konkreten Transferprozessen.

Bewerbungsverfahren und Bewerbungsunterlagen

Mindestvoraussetzung für eine Bewerbung ist ein erster Hochschulabschluss sowie der Beginn einer Promotion zum Zeitpunkt der Antragstellung. Die Höhe der monatlichen Stipendien beträgt 1.000,- € für Personen mit Hochschulabschluss, 1.300,- € für Personen mit Promotion oder vergleichbarer Qualifikation und 600,- € für ein Teilstipendium für Personen, die aufgrund anderer Einkünfte kein Vollstipendium benötigen. Zusätzlich wird ein Reisekostenzuschuss bis maximal 800,- € gewährt.

Folgende Bewerbungsunterlagen sind per E-mail-attachment an die Adresse becas@iai.spk-berlin.de einzureichen:

  • ein ausgefülltes Antragsformular;
  • ein Lebenslauf;
  • eine Veröffentlichungsliste (falls Publikationen vorhanden sind);
  • Kopien von Hochschulzeugnissen und von Urkunden über die Verleihung akademischer Grade;
  • eine ausführliche Beschreibung des Projektes entsprechend der folgenden Struktur: 1) Definition des Themas und der Leitfragen der Untersuchung; 2) Erläuterung des Bezugs des Projektes zum Thema der Ausschreibung 3) Forschungsstand und methodische Vorgehensweise; 4) gegenwärtiger Bearbeitungsstand des Projektes; 5) Begründung für die Notwendigkeit eines Forschungsaufenthaltes im IAI; 6) Bibliographie. Die Beschreibung darf insgesamt einen Umfang von 12 Seiten (Schriftgröße 12 Punkt, 1,5 Zeilenabstand) nicht überschreiten.
  • zwei Empfehlungsschreiben akademischer Lehrer, nach Möglichkeit unter Bezugnahme auf das eingereichte Projekt (gilt nur für Doktoranden; promovierte WissenschaftlerInnen müssen keine Gutachten einreichen); die Gutachten können mit den übrigen Unterlagen eingereicht werden, es ist aber auch möglich, dass sie von den GutachterInnen direkt an das IAI geschickt werden.

Anträge, die sich nicht an diesen Vorgaben orientieren, können nicht berücksichtigt werden.

Anträge und Unterlagen können in deutscher, englischer, portugiesischer und spanischer Sprache eingereicht werden.

Bewerbungsschluss für 2019 ist der 31. August 2018.
Die Benachrichtigung der Antragsteller_innen erfolgt per E-Mail bis Mitte November.

Kontakt

Leiter der Forschungsabteilung
Dr. Peter Birle

Stipendiat_innen 2018

Folgende Wissenschaftler_innen haben ein Stipendium für 2018 erhalten (Informationen zu den Aufenthaltszeiten der Stipendiat_innen in Berlin finden Sie in der Übersicht der Gastwissenschaftler_innen 2018):

Becerra Rebolledo, Mauricio (Universidad Autónoma de Barcelona): Psicosis experimentales en América Latina 1940-1964

Biersack, Martin (Ludwig-Maximilians-Universität, München): Spanische Wissenspolitik und ausländische Wissenschaftler im bourbonischen Spanisch-Amerika

Castilho de Lacerda, Felipe (Universidade de São Paulo): Edition und Revolution: Maspero, Trikont Verlag und die Verbreitungsstrategien der lateinamerikanischen Linken in Europa

Halaburda, Carlos Gustavo (Northwestern University, Evanston): Melodrama and Desecration: liturgy, medecine and capitalism in argentine dramaturgy 1880-1916

Krupecka Iwona (University of Gdańsk): ¿Filosofía y universalidad? Las propuestas metodológicas desde América Latina para la filosofía mundial

Lois, Carla (Universidad Nacional de La Plata, Conicet): Confusing News: The Circulation of Political Information about Latin American Independence Revolutions and the Production of Geographical Books and Atlases in Europe (1800-1860)

Matsumoto, Mallory Emiko (Brown University, Providence): Sharing Script: The Transmission of Writing and Development of Scribal Practice in Classic Maya Civilization

Plá Pérez, Sebastián (Universidad Nacional Autónoma de México): El poder de los expertos. Configuración histórica de la investigación educativa en América Latina (1950-1990)

Romero, Rosalía (Duke University, Durham): Transborder Anarchism: Visual Culture in Greater Mexico, 1892-1934

Szoblik, Katarzyna (University of Bielsko-Biala: Métodos de construcción y transmisión de saberes del pasado y huellas de transferencias culturales en los manuscritos de "Cantares mexicanos" y "Romances de los Señores de la Nueva Esp."

Vindas Solano, Sofía (Universidad de Costa Rica, San Pedro): Configuraciones estéticas, redes de reconocimiento y contextos culturales de las colecciones de arte moderno de Guatemala y Costa Rica, 1975-2017"



2017 || Ibero-Amerikanisches Institut Preussischer Kulturbesitz
http://www.iai.spk-berlin.de/