Ibero-Amerikanisches Institut
Preussischer Kulturbesitz


Figura del Quijote con Sancho Pansa




Wissensakteure und Grenzwissen zwischen Lateinamerika und Europa um 1900

Im Zentrum des Workshops stehen transatlantische Wissensakteure, die im weitesten Sinne geographisch arbeiteten, sowie deren Bedeutung bei der Generierung und Nutzung von ‚Grenzwissen‘ um 1900. Eine Zeit, die sich durch eine zunehmende wissenschaftliche Erfassung und ‚Vermessung‘ der Erde auszeichnete. Lateinamerika ist dabei in doppelter Hinsicht von besonderem Interesse: Zum einen war in Europa im Zuge der sogenannten ‚zweiten Entdeckung‘ seit dem späten 18. Jahrhundert bereits relativ viel Wissen über Lateinamerika gesammelt worden. Andererseits bestanden aber auch hier noch vielfältige ‚Grenzen’, bei deren Erforschung Wissensakteure, die zwischen Europa und Lateinamerika arbeiteten, eine zentrale Rolle spielten.

Das von den Wissensakteuren geschaffene ‚Grenzwissen‘ soll auf dem interdisziplinären Workshop in mehrfacher Hinsicht interpretiert und diskutiert werden: Erstens als Wissen an der Grenze zwischen ‚schon‘ Bekanntem und ‚noch‘ Unbekanntem (u.a. die sog. „weißen Flecken“ auf den zeitgenössischen Landkarten). Zweitens als Wissen über Grenzen zwischen konkurrierenden RaumZeit-Ordnungen (zum Beispiel zwischen vermeintlich fortschrittlichen und rückständigen Gesellschaft(sgrupp)en). Die Bedeutung von Wissensakteuren wird drittens im Kontext politischer Grenzkonflikte deutlich, beispielsweise beim deutschen Geographen Hans Steffen und seiner Rolle im chilenisch-argentinischen Grenzstreit oder bei den Grenzkonflikten zwischen Brasilien und seinen Nachbarländern.

Der Workshop findet im Rahmen des vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderten Projekts „Grenzerfahrungen eines deutschen Geographen in Chile. Formale und wissenschaftliche Erschließung des Nachlasses Hans Steffen (1865–1936)“ am Ibero-Amerikanischen Institut statt.

Wir bitten um Anmeldung bis zum 22. November 2013 an Thomas Gerdes (gerdes@iai.spk-berlin.de) oder Sebastian Dorsch (sebastian.dorsch@uni-erfurt.de).


Hans Steffen (vorne links) mit seiner Expeditionsgruppe im Río Palena-Gebiet (Südpatagonien), 1893/94 © IAI

Termin und Ort

Freitag, 29.11.2013, 9.00 - 20.30 Uhr
Samstag, 30.11.2013, 9.00 - 13.00 Uhr


Konferenzraum

Sprache

Deutsch

Kooperationspartner

DFG-Projekt „Kulturelle ZeitRäume einer atlantischen Metropole: São Paulo (Brasilien) 1867–1930“

Weitere Informationen

Projekt Hans Steffen



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