Ibero-Amerikanisches Institut
Preussischer Kulturbesitz


Dachansicht von Weitem




Grenzerfahrungen eines deutschen Geographen in Chile. Formale und wissenschaftliche Erschließung des Nachlasses Hans Steffen (1865-1936)

Laufzeit15.01.2013 - 31.12.2013
KoordinationDr. Gregor Wolff
Förderer

BKM

Auswahl

1. Mitantragsteller

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2. Projektgruppe

WissenschaftlerInnen

MitarbeiterInnen des IAI

  • Stefan Schmidt   
  • Gudrun Schumacher   

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3. Kurzbeschreibung

Ausgangslage

CC NC-BY-SA

Das Ibero-Amerikanische Institut ist im Besitz des Nachlasses des deutschen Geographen Hans Steffen (1865-1936). Steffen ist vor allem durch seine Forschungen zu Westpatagonien im südlichen Chile bekannt geworden. Als wissenschaftlicher Sachverständiger der chilenischen Grenzkommission trug er im Auftrag der chilenischen Regierung besonders mit seinen Forschungsreisen in die unerforschten Flussgebiete der westpatagonischen Kordillere (1893-1899) zur Klärung der strittigen Grenze zwischen Chile und Argentinien in dieser Zone bei. Seine Erkenntnisse flossen in das Urteil des englischen Schiedsgerichts vom 20.11.1902 ein. Neben seinen Expeditionen wirkte Steffen von 1889 bis 1913 in Santiago de Chile als Lehrer für Geographie und Geschichte an dem der chilenischen Staatsuniversität angegliederten Instituto Pedagógico. Der Nachlass Steffen im Ibero-Amerikanischen Institut enthält zahlreiche wichtige Unterlagen zu Fragen der Geographie und Geologie der chilenisch-argentinischen Grenzregion, aber auch Materialien zur Ethnologie der bereisten Region sowie zur Wissenschaftsgeschichte. Steffens Beitrag für die Institutionalisierung der Geographie in Chile und seine Rolle im wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und Chile sind für die internationale Forschung von großer Bedeutung. Es gibt gegenwärtig bereits zahlreiche Forschungsprojekte, die auf dem Nachlass aufbauen. Aufgrund der fehlenden formalen Erschließung können sie ihn jedoch bisher nur partiell einbeziehen.

Ziele

Das Ziel des Projektes bestand darin, durch die wissenschaftliche und formale Erschließung des Nachlasses sowie durch die Digitalisierung der Bildbestände die einmaligen, zum Großteil unveröffentlichten Dokumente erstmalig der Wissenschaft zur Verfügung zu stellen. Der gesamte Bestand wurde zu diesem Zweck auf Grundlage der Regeln zur Erschließung von Nachlässen und Autographen (RNA) gesichtet, geordnet, katalogisiert und in eine konservatorisch optimale Aufbewahrung überführt. Die erfassten Daten und Digitalisate wurden im Projektverlauf online zur Verfügung gestellt. Die Informationen werden auch über die Portale Europeana und die Digitalen Sammlungen des IAI veröffentlicht.

Arbeitsplan

Für die formale Erschließung des Nachlasses von Hans Steffen standen 12 Monate zur Verfügung. Die Erfassung erfolgte in thematischen Konvoluten. Manuskripte und Tagebücher wurden einzeln erfasst. Parallel dazu wurde das historische Schrift- und Bildmaterial digitalisiert.

Zu erwartende Ergebnisse

Der für die aktuelle Forschung wichtige Nachlass Hans Steffen ist erstmalig erschlossen worden. Die Informationen über die Bestandteile des Nachlasses sind für die nationale und internationale Wissenschaft über den Online-Katalog des Ibero-Amerikanischen Instituts nachgewiesen. Darüber hinaus stehen die wissenschaftlich wichtigsten Bestandteile des Nachlasses in digitaler Form online zur Verfügung. Die Ergebnisse der Erschließung wurden der wissenschaftlichen Öffentlichkeit im Rahmen einer Tagung am Ibero-Amerikanischen Institut vorgestellt. Des Weiteren ist die Veröffentlichung einer Ibero-Bibliographie sowie eine Ausstellung zu Hans Steffen geplant.

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4. Produkte

Tagungen

  • Workshop "Wissensakteure und Grenzwissen zwischen Lateinamerika und Europa um 1900"

    Im Zentrum des Workshops am 29./30. November 2013 im Ibero-Amerikanischen Institut standen transatlantische Wissensakteure, die im weitesten Sinne geographisch arbeiteten, sowie deren Bedeutung bei der Generierung und Nutzung von ‚Grenzwissen‘ um 1900. Eine Zeit, die sich durch eine zunehmende wissenschaftliche Erfassung und ‚Vermessung‘ der Erde auszeichnete. Das von den Wissensakteuren geschaffene ‚Grenzwissen‘ wurde auf dem interdisziplinären Workshop in mehrfacher Hinsicht interpretiert und diskutiert. Im Mittelpunkt stand dabei unter anderem der Nachlass Hans Steffen sowie die Rolle des deutschen Geographen im chilenisch-argentinischen Grenzstreit.

Digitalisierte Materialien

Weitere Produkte



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